Tops und Flops der Pariser Prêt-à-Porter-Schauen

Prêt A Porter Paris
Chanel (Bild Pixel Formula)
Paris (dpa) - Neun Tage lang haben die Pariser Prêt-à-Porter- Schauen die Modewelt auf Trab gehalten. Frankreichs Top-Labels wie Chanel, Balmain, Dior, Gaultier & Co. zeigten bis Mittwoch Minimalismus und Punk-Mode, neue Weiten und Längen, Schönes und Schreckliches. Das waren die Tops und Flops der Modewoche:

Top: Die subtile Präsentation von Vionnet. Leise und fein, in den lichten Räumen eines Stadtpalastes, präsentierte Designer Rodolfo Paglialunga seine Entwürfe für das Modehaus. Geschickt knüpfte er an die Tradition von Madeleine Vionnet (1876-1975) an, der wohl größten Schnittkünstlerin der Modegeschichte, und inszenierte sportlich angehauchte Träume in fließendem Seidengeorgette, kunstvoll plissiert und in sanfter Bewegung. Die Farbgeometrien in Weiß, Dunkelblau, Gelb oder Rot erinnerten hingegen an Yves Saint Laurent

Flop: Leider wieder Pierre Cardin. In der vergangenen Saison gab es schon eine verunglückte Buchpräsentation zum Thema Cardin. In dieser Saison zeigte der 88 Jahre alte Altmeister nach langer Abwesenheit vom Laufsteg wieder eine Kollektion. Astronautenlook in Strick, Hüte wie Tortenschachteln, biedere Kostüme und Nylonstrümpfe bei den Models wirkten beinahe unwürdig.

Top: Inès de la Fressange bei Chanel. Das knabenhafte Topmodel der 80er-Jahre, die Ex-Muse von Karl Lagerfeld ist mit ihm offenkundig wieder in bestem Einvernehmen. Fressange lief in der Chanel-Schau als Mannequin und stach alle anderen aus. Sie bewies: Auch Frauen über 50 können umwerfend aussehen.

Flop: Anna dello Russo bei Ungaro. In der ansonsten sehr schönen Präsentation von Ungaro schritt die 1962 geborene Italienerin, dank ihres Mode-Blogs, ihrer Position als Modechefin der japanischen «Vogue» und ihrer exzentrischen Outfits eine Berühmtheit der Fashion- Szene, als Model durch die Kulisse. Trotz durchtrainierter Top-Figur und schickem Spitzendress fanden manche, dass sie wie eine Schreckschraube aussah.

Top: Die Situation am Eingang zur Schau bei Stella McCartney. Die britische Designerin zeigte morgens um zehn und ließ vor der Schau Café, Croissants und frische Säfte servieren. Auch die Location war ein Genuss: die wunderschön beleuchteten Räume der Opéra Garnier.

Flop: Die Situation am Eingang zur Schau bei Yves Saint Laurent. Die Präsentation war toll. Wenn man erstmal drin war. Vor der Location, einem prachtvollen Stadtpalast, waren Sperren errichtet, die die Hinaus- und Hineingehenden (es gab zwei Defilees hintereinander) passieren mussten. Ergebnis: Unerträgliches Gedrängel. Als Claudia Schiffers Limousine kam, um sie abzuholen, musste sogar ein Krankenwagen dahinter warten. Das Modehaus sollte die Ordner feuern.

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