Puma-Chef verabschiedet sich mit Rekord-Umsatz

Puma
Jochen Zeitz
Der smarte 47-Jährige Manager Jochen Zeitz wird in wenigen Monaten vom beschaulichen Herzogenaurach im Herzen Frankens nach Paris wechseln. Dort lockt die Leitung der Sport & Lifestyle-Sparte des Mutterkonzerns PPR, zu dem vor allem Luxusmarken wie Gucci, Yves Saint Laurent und Stella McCartney gehören.

Zeitz, der 1993 als jüngster Vorstandschef eines börsennotierten Unternehmens in Deutschland antrat und Puma zu heutiger Stärke geführt hat, hinterlässt ein gut bestelltes Haus. Nach einem herben Einbruch im Wirtschaftskrisen-Jahr 2009 hat sich der Ertrag 2010 mehr als verdoppelt. Der Umsatz kletterte mit 2,71 Milliarden Euro gar auf einen neuen Rekordwert. Und die Reise soll weiter nach oben gehen: Zeitz' ehrgeiziger Strategieplan sieht für 2015 beim Umsatz das Erreichen der Vier-Milliarden-Euro-Marke vor.

Möglich machen sollen das viele neue Produkte und die Konzentration auf die Kernmärkte. Das meiste Wachstum soll aus eigener Kraft erfolgen, aber auch Zukäufe sind geplant. Die Kriegskasse ist prall gefüllt - laut Zeitz sind Akquisitionen bis zu einer halben Milliarde Euro «potenziell möglich». Gerade im wachstumsträchtigen Outdoor-Markt hat Puma noch Nachholbedarf. Derzeit steht dort der hessische Hersteller Jack Wolfskin zum Verkauf. Entsprechenden Spekulationen erteilte Zeitz jedoch eine klare Absage: «Jack Wolfskin steht nicht bei uns auf der Liste.» Stattdessen wollen die Franken 2012 mit einer eigenen Outdoor-Kollektion unter dem Motto «Land und Wasser» aufwarten.

   Bei PPR wird Zeitz bei solchen Gelegenheiten häufiger zuschlagen müssen: Dort soll er ein ganzes Portfolio um Puma herum zusammenkaufen. Wann genau der Wechsel nach Paris erfolgen soll, lässt sich Zeitz auch auf hartnäckige Nachfragen nicht entlocken. Sicher ist: Erst muss für ihn ein Nachfolger bei Puma gefunden werden. Der wiederum soll seinen Dienst antreten, sobald die Puma AG in die Rechtsform einer europäischen Aktiengesellschaft umgewandelt worden ist - das wird nach dem erwarteten Beschluss der Hauptversammlung etwa Mitte Mai der Fall sein.Es dürfte auch gar nicht so einfach sein, einen neuen Unternehmenslenker zu überzeugen: Wenn Zeitz als PPR-Spartenchef und Vorsitzender des Puma-Verwaltungsrats weiterhin die Fäden ziehe, sei der oder die Neue doch nur ein «Frühstücksdirektor».