Textilbranche kommt aus dem Keller - Fast 10 Prozent Wachstum

Münster (dpa) - Die deutsche Textilbranche erholt sich von ihrer tiefen Krise und wächst dank des Exportgeschäfts fast zweistellig. Verbraucher werden wegen der gestiegenen Baumwoll-Preise aber bald mehr für Kleidung ausgeben müssen.


Während der letzten "Première Vision" waren die Baumwollpreise im Mittelpunkt der Diskussionen. (Bild Pixel Formula)


Das teilte der Verband der Nordwestdeutschen Textil- und Bekleidungsindustrie am Donnerstag in Münster mit. In dem Verband ist ein Großteil der deutschen Modehersteller organisiert. «Unsere Mitgliedsunternehmen gehen sogar von einem kleinen Plus bei der Beschäftigung aus», berichtete Verbandspräsident Justus Schmitz in ersten Zwischenbilanz für 2011 am Donnerstag. «Insbesondere bei den technischen Textilien gibt es gute Chancen für eine weitere positive Entwicklung.»

Nach dem Einbruch 2009 mit einem Umsatzminus von fast 15 Prozent hat die Branche im vergangenen Jahr bundesweit ein Plus von 9,6 Prozent bei den Erlösen verbucht. Den Aufwärtstrend führt Marcus Jaccoangeli vom Gesamtverband für textil+mode vor allem auf das gute Exportgeschäft zurück. «Dass wir die Krise 2011 überwinden werden, liegt vor allem an der gestiegenen Nachfrage aus dem Ausland.» Die Beschäftigung folge dem Umsatzplus allerdings nur langsam. Sorgen bereitet vielen Unternehmen der massive Preisanstieg für Baumwolle und Chemiefasern. «Diese Kostensteigerungen kann die Branche nicht wegdrücken», warnte Schmitz. «Sie werden beim Verbraucher ankommen.»

Der Verband der Nordwestdeutschen Textil- und Bekleidungsindustrie vertritt die Interessen von rund 260 Unternehmen der Branche mit 27 000 Beschäftigten und repräsentiert damit gut ein Viertel der gesamten deutschen Textil- und Bekleidungsindustrie, darunter große Markenhersteller wie Ahlers, Windsor und Gerry Weber.