Christophe Chenut : „2012 wird das Jahr der Frauen bei Lacoste“

Im Zuge des seit 40 Jahren bestehenden Partnerschaft zwischen Lacoste und Roland Garros zieht Generaldirektor Christophe Chenut Bilanz über die Krokodilmarke des Familienunternehmens, welches zu 35 % dem Lizenznehmer Devanlay gehört.
Im Laufe der letzten Jahre hat die Firma ihr Angebot stark ausgeweitet. Der Anteil an Bekleidung innerhalb der Verkäufe (Wholesale-Umsatz von 1,4 Milliarden Euro) liegt nun bei 60 %, vor 12 Jahren machte die Mode 80 % des Absatzes des Unternehmens aus. Als Hauptentwicklungsstrategie ist geplant die Frauensparte zu erweitern und den Fokus somit auf die Weiblichkeit der Krokodilmarke zu setzen.

Christophe Chenut
Christophe Chenut (Bild Jmlubrano)


FashionMag : Was symbolisiert Roland Garros für die Marke Lacoste ?
Christophe Chenut : Roland Garros spiegelt sowohl die Marke als auch unsere gesamte Geschichte wieder. Das heutige Stadion wurde für die vier Musketiere errichtet, darunter René Lacoste. Zudem verbinde ich damit die stilistische Vergangenheit des eleganten Turniers mit seiner Atmosphäre, sowie seiner Zuschauer. Roland Garros repräsentiert die gesamte Entwicklung des Krokodils, von Sport zu Lifestyle und somit von den Spielern in die breite Öffentlichkeit.

FashionMag : Man findet das gesamte Konzept mit all den Kollektionen im Flagship-Store auf den Champs-Elysées wieder. Planen sie weitere Stores dieser Art?
Christophe Chenut :
Am 12. Mai haben wir eine solche Boutique auch in Hamburg eröffnet. Das Geschäft verfügt über eine Verkaufsfläche von ungefähr 500 Quadratmetern.
Die nächste Eröffnung eines Flagship-Stores wird in New York während der Fashion Week im September sein. Zudem suchen wir nach weiteren Niederlassungen in Asien, Shanghai oder Hong Kong.

FashionMag : Warum hat Lacoste im Vergleich zu anderen Marken mit den Flagships später gestartet ?
Christophe Chenut :
Das hat alles mit der Firmenvergangenheit zu tun. In den letzten Jahren hat die Marke Lacoste ihr Textilangebot ausgeweitet und ihre Produktpalette mit Schuhen, Lederwaren, Parfums und Brillen vervollständigt. Ursprünglich waren unsere Boutiquen sehr klein und auf Poloshirts spezialisiert.

FashionMag : Wird es auch weitere Flagships in Frankreich geben ?
Christophe Chenut :
Wir haben für das 16. Arrondissement und bei Porte Maillot weitere Boutiquen mit Verkaufsflächen von 250 - 300 Quadratmetern geplant. Aber die Eröffnung richtiger Flagship-Stores beschränken sich insbesondere auf Weltmetropolen. Frankreich macht etwa 9 % vom Gesamtumsatz von Lacoste aus.

FashionMag : Und was ist mit den L!ve-Boutiquen und Lacoste-Kindermode ?
Christophe Chenut :
Durch das L!ve-Konzept erhoffen wir uns gewöhnliche Lacoste-Boutiquen, wie man sie zum Beispiel im angesagten Marais-Viertel findet, zu verändern.
Wir haben bereits Concept-Stores in London, Berlin und sogar New York eröffnet.
Unser Plan ist es schon sehr bald über 80-100 solcher L!ve-Geschäfte zu verfügen.
Dadurch könnten wir Kaufhäuser dazu bewegen uns durch Shop-in-Shops mit in ihr junges Denim-Umfeld aufzunehmen, ein bisschen wie das von Bread&Butter. Die Kaufhäuser sind für uns auch ein Weg in die Städte, die auf dem Land gelegen sind. Das gilt auch für Kinderboutiquen, die als Wachstumstreiber dienen können, wie zum Beispiel die auf der Rue Vavin.

FashionMag : Was das Angebot betrifft, sind weitere Lizenzen geplant ?
Christophe Chenut :
Seit letzten Januar gibt es bereits Lizenzverträge mit Cemalac (Tochterfirma von Devanlay) für Lederwaren und mit Marchon für Brillen. Zudem haben wir Fantasy-Schmuck lanciert. Unser Ziel ist es das Modesegment der Firma auszuweiten und es mit einem Hauch mehr Weiblichkeit zu versehen. 2012 wird also das Jahr der Frauen bei Lacoste. Es wird die erste Kollektion von Felipe Oliviera Baptista geben und unsere Frauenkollektionen werden ambitiöser werden. In Wirklichkeit machen die Frauen 80 % unserer Kunden aus, aber sie kaufen oft für ihre Männer oder Kinder ein. Lacoste-Frauenmode geht jedoch nur mit 20% in die Gewichtung unserer Gesamtverkäufe ein. 2012 sollen es immerhin schon 25 % sein.



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