Beiersdorf-Geschäft läuft besser als erwartet - Umbau kommt voran

Der Nivea-Hersteller Beiersdorf kommt bei seinem Konzernumbau gut voran. Die Konzentration auf das Kerngeschäft mit Pflegeprodukten rund um die Marke Nivea, die in diesem Jahr 100 Jahre alt wurde, hinterließ im ersten Halbjahr zudem geringere Spuren als von Experten befürchtet. Beiersdorf-Chef Thomas Quaas blickt nach sechs Monaten etwas optimistischer auf das Jahr 2011 und rechnet jetzt konzernweit mit einem leichten Umsatzplus. "Wir liegen bei der Neuausrichtung voll auf Kurs. Die Entwicklung entspricht unseren Erwartungen", sagte er am Donnerstag in Hamburg. "Wir gehen außerdem davon aus, dass wir die Umsatzrückgänge durch den strukturellen Umbau durch die Zuwächse in unserem Kerngeschäft kompensieren können."

Beiersdorf
Die Laboratoires La Prairie stehen für exklusive und wissenschaftlich fortschrittliche Hautpflege.

Am Markt kamen die Nachrichten gut an. Die im Dax notierte Aktie, die sich in den vergangenen zwölf Monaten deutlich schlechter als der Leitindex entwickelt hatte, legte bis zum Mittag fast sechs Prozent zu. Analysten lobten die Fortschritte beim Konzernumbau und die Zahlen zum zweiten Quartal. Die vom Management eingeleiteten Maßnahmen zum Umbau der Pflegesparte seien genau die richtigen. Die Ziele und Erwartungen sollten erreichbar sein, schrieb Unicredit-Analyst Nic Sochovsky. Beiersdorf will ab 2012 auch beim Ergebnis von der Neuausrichtung profitieren. Im laufenden Jahr werde die bereinigte Marge noch sinken.

DEUTLICHES WACHSTUM IN AMERIKA

Bis Ende Juni legte der Umsatz um 2,6 Prozent auf 2,9 Milliarden Euro zu. Beiersdorf konnte dabei das Erlösminus in Deutschland und Westeuropa durch ein deutliches Plus in Amerika kompensieren - in Lateinamerika stieg der Umsatz sogar zweistellig. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) sowie Sondereffekten sank konzernweit um 35 Millionen Euro auf 350 Millionen Euro. Dabei verdiente Beiersdorf vor allem mit dem Verkauf von Pflege- und Kosmetikprodukten deutlich weniger, während er in der Klebestoffsparte Tesa stabil blieb.

Der Hamburger Konzern hatte im vergangenen Jahr angekündigt, das Pflegegeschäft neu ausrichten zu wollen. Damit will Quaas das Unternehmen gegen die Konkurrenz von Konsumgüterriesen wie Procter & Gamble , Unilever oder Henkel positionieren. Dabei will sich Beiersdorf auf seine Wurzeln konzentrieren, die in der Hautpflege liegen. In Marken wie Nivea, Eucerin und La Prairie wird dabei kräftig investiert. Aus anderen Bereichen, die weniger gut laufen, zieht sich der Konzern hingegen zurück. Einige Marken wurden bereits verkauft.

AKTIE ENTWICKELT SICH BEREITS ZULETZT VERGLEICHSWEISE GUT

Das Make-Up-Geschäft rund um Lippenstift, Puder und Wimperntusche, bei dem Beiersdorf nie gegen Flagschiffe wie L'Oreal ankam, wird gerade in Deutschland eingestellt. Auch in der Haarpflege will Beiersdorf kürzer treten. Nach Einschätzung vieler Analysten ist dies der richtige Weg, da Nivea zu den wertvollsten Marke in diesem Bereich gehöre und eine Konzentration auf das Geschäft sinnvoll sei. Am Aktienmarkt wird der Kurs bereits seit einiger Zeit honoriert. Nachdem das Beiersdorf-Papier sich zuletzt meist schlechter als die Aktien der Konkurrenz entwickelt haben, gehörten sie in den vergangenen Monaten zu besten Werten des Sektors.