Hermès Ausstellung: «Ein Gefühl von Frieden»

Berlin (dpa) - Es ist keine der üblichen Modeausstellungen, die das Pariser Luxushaus Hermès seit Freitag (2. September) in Berlin zeigt. Stattdessen erzählt der amerikanische Künstler Hilton McConnico anhand der traditionsreichen Hermès-Seidentücher dem Besucher eine Fabel: Die poetische Geschichte eines Jungen, der im Traum seine Bestimmung findet.

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Jeder Abschnitt der Geschichte wird durch einen der kunstvoll gestalteten Räume illustriert, durch die der Besucher wandelt. Der 69-jährige McConnico lebt seit vielen Jahren in Paris, wurde als Objektgestalter, Szenenbildner und Innenarchitekt bekannt. Die Nachrichtenagentur dpa sprach mit ihm zur Ausstellungseröffnung im Berliner KaDEWe.

Durch die Ausstellung erzählt eine Geschichte aus der Perspektive eines Kindes. Fiel es Ihnen leicht, die Sicht der Kindheit anzunehmen?

Hilton McConnico: «Eigentlich bin ich selbst immer noch ein wenig ein Kind. Doch zugleich geht es nicht nur um die Probleme eines Kindes, sondern eigentlich die von uns allen. Probleme wie Unfrieden oder Unverständnis. Am Ende findet das Kind seine Bestimmung. Das ist auch ein Prozess des Erwachsenwerdens. Und ich sehe es auch so: Wenn ein 10-Jähriger und ein 20-Jähriger zusammen sprechen, dann verfügen sie über 30 Jahre Erfahrung. Ich rechne das zusammen.»

Der Traum spielt bei dem Ganzen eine große Rolle. Glauben Sie an die Macht von Träumen?

Hilton McConnico: «Ja, Träume haben sehr viel Kraft. Sie lassen einen fliegen und holen einen doch wieder auf die Erde hinunter. Natürlich gibt es auch Alpträume. Doch für Künstler sind Träume sehr wichtig. Schließlich sind sie verwandt mit der Vorstellungskraft, die Künstler brauchen. Traum und Imagination, könnte man sagen, sind wie zwei verschiedene Wohnungen im selben Gebäude.»

Was wünschen Sie sich, dass ein Besucher aus Ihrer Ausstellung gleichsam «mitnimmt»?

Hilton McConnico: «Ein Gefühl von Frieden.»