![]() Die Ispo öffnet noch bis zum 1. Februar ihre Tore für Besucher. - Foto: corbis |
Bei den Materialien steht vor allem Wolle wieder hoch im Kurs. «Wolle ist eine Wunderfaser und erlebt in der Sportbekleidung gerade ihr Comeback», heißt es im Magazin «Ispo News». «Das Naturprodukt neutralisiert Gerüche, wirkt schmutzabweisend, trägt sich angenehm und gleicht Temperaturunterschiede aus.» So klang sonst die Werbung für das Wundermaterial Gore Tex. Auf der Messe zeigen die Hersteller ihre Sportmode aus Wolle eigens in einer «Ispo Wool Street.»
Kleidung von gestern, Technik von morgen: Zum unverzichtbaren Accessoire für Sportler entwickeln sich Smart Phones, die beim Joggen Trainingsprotokolle erstellen oder beim Radfahren anhand der gefahrenen Strecke und Geschwindigkeit den Kalorienverbrauch ermitteln. Unter dem Stichwort «Mobile Computing» zeigen die Hersteller auf der ispo eine ganze Reihe neuer Geräte, die Sport und Smartphone verbinden. «Die Trainingsdaten werden via Smartphone App erfasst und mit einem zugehörigen Sportportal im Internet verknüpft», erklären die ispo-Veranstalter. «So können Sportler ihre Ergebnisse miteinander vergleichen oder auch Medizinern zur Verfügung stellen.»
Mit Technik begegnet die Sportbranche auch den Widrigkeiten der Natur: Nach Laufbändern, Rudergeräten, Golfplätzen und Skipisten in gut temperierten Hallen soll nun auch das Meer immer besser indoor simuliert werden: Den «ispo Brandnew Award» für die beste Neuentwicklung gewannen die Erfinder einer perfekten Welle: Wavegarden heißt das Konzept, das auf Knopfdruck Wellen unterschiedlicher Größen, Formen und Geschwindigkeiten erzeugt - und so jedes Schwimmbad und jeden Teich zum Surfspot machen kann.
Trotzdem ist für die Sportartikelbranche nichts so wichtig, wie das Wetter. Im vergangenen Jahr vermiesten der nasse Sommer und der milde Winter den Geschäftsleuten die Bilanz, der Umsatz ging um vier Prozent auf 7,2 Milliarden Euro zurück. In diesem Jahr rechnet die Branche vor allem dank der Fußball-EM wieder mit einem Plus von zwei bis vier Prozent. «Aber besser wäre es noch, die Menschen würden Sport nicht nur passiv vor dem Fernseher konsumieren, sondern sich sportlich mehr bewegen», mahnte der Präsident des Europäischen Sportartikelherstellerverbandes, Frank Dassler, zum Messebeginn. Immerhin 35 Prozent der Deutschen, so sagt er, treiben gar keinen Sport. Innerhalb Europas steht Deutschland damit aber gar nicht so schlecht dar: In einigen anderen Ländern sind sogar mehr als die Hälfte der Einwohner echte Sport-Muffel.
