Bekleidungspreise sollen stabil bleiben

Köln (dpa) - Der Textilhandel will die Preise für Bekleidung in diesem Jahr stabil halten. «Die von der Industrie angekündigten leichten Preissteigerungen dürften fast unbemerkt bleiben - wenn sie überhaupt zum Tragen kommen», sagte der Präsident des Bundesverbands des Deutschen Textileinzelhandels (BTE), Steffen Jost, am Dienstag in Köln. Die Modeindustrie hatte kürzlich angekündigt, die Preise gegenüber dem Handel wegen gestiegener Lohnkosten in den Produktionsländern um etwa 5 Prozent anheben zu wollen.

Nach einem eher enttäuschenden Jahr 2011 sind die Händler für 2012 überwiegend zuversichtlich. Laut einer Mitgliederbefragung des BTE rechnen 37 Prozent der Unternehmen mit wachsendem und 41 Prozent mit gleichbleibendem Umsatz. 22 Prozent erwarten ein Umsatzminus. Insgesamt geht Jost von einem Plus zwischen 2 und 3 Prozent aus.

In der zweiten Jahreshälfte 2011 war das Geschäft der Bekleidungsbranche wegen des milden Winters eingebrochen. Am Ende stand unter dem Strich zwar noch ein Plus von 2 Prozent auf schätzungsweise 57,5 Milliarden Euro, jedoch hatten die Händler sich nach Angaben von Jost mehr versprochen - zumal inflationsbereinigt von dem Zuwachs nichts übrig geblieben sei. Damit die Winterware wegging, hätten viele Händler stark reduziert. Deshalb sei die Rendite im Modehandel 2011 wahrscheinlich weiter gesunken. Für einige Unternehmen könne dies existenzbedrohend sein, sagte Jost.

Im vergangenen Jahr seien die Kleidungspreise laut Statistischem Bundesamt um durchschnittlich 1,9 Prozent gestiegen. Viele Kunden hätten dies aber gar nicht bemerkt, weil die Händler in der Regel bestimmte Preisschwellen nicht überschreiten. «Kein Anbieter hat zum Beispiel den Preis eines Hemdes oder einer Bluse von 49,90 Euro auf 51 Euro erhöht. Dafür wurde dann aber vielleicht ein anderes Modell im Preis von 129 auf 139 Euro erhöht», erläuterte Jost.