Krise in Europa erreicht Sportartikelhersteller Puma

Herzogenaurach - Die Krise in Europa hat den sonst so erfolgsverwöhnten Sportartikelhersteller Puma eingeholt. Angesichts horrender Staatsschulden, einer sich abschwächenden Konjunktur und steigender Arbeitslosenzahlen in der Eurozone hielten sich die Verbraucher mit Anschaffungen zurück. In der Folge sank der Umsatz in der für Puma wichtigen Europa-Region im ersten Quartal und bremste damit das Wachstum innerhalb der Gruppe. Der Abschwung schlug sich auch im Ergebnis nieder, das überraschend zurückging.


Puma's Headquarter - Foto: Puma


Die im MDax notierte Puma-Aktie lag kurz nach Handelsauftakt mit 0,55 Prozent im Minus. Auch die Papiere des Mutterkonzerns PRR gaben nach. Aktien des Puma-Konkurrenten Adidas notierten etwas über ihrem Schlussstand vom Vortag. Der größere Rivale aus Herzogenaurach wird Anfang Mai über den Verlauf des ersten Quartals berichten.

"Nach einem starken Jahresendspurt in 2011 ist Pumas Umsatzwachstum im ersten Quartal im Vergleich zu den Vorjahresquartalen geringer ausgefallen, was zu einem schwächeren Ergebnis führte", sagte Puma-Chef Franz Koch am Mittwoch laut Mitteilung. Operativ verdiente Puma im ersten Quartal mit 102 Millionen Euro rund 8 Prozent weniger als im Vorjahr. Der Überschuss verringerte sich um knapp 5 Prozent auf 73,9 Millionen Euro. Analysten hatten mit einer Gewinnsteigerung gerechnet. Höhere Beschaffungskosten lasteten zudem auf der Rohertragsmarge, die auf 51,2 Prozent sank.

Der Umsatz legte im ersten Quartal konzernweit zwar um 6 Prozent auf 820,9 Millionen Euro zu. Das Wachstum ging aber ausschließlich auf Amerika und Asien zurück. In der Region EMEA, zu der neben Europa auch der Nahe Osten und Afrika zählt, sanken die Erlöse um 1,7 Prozent auf 368 Millionen Euro. Neben stagnierender Konsumausgaben machte Puma auch Witterungsbedingungen für den Rückgang verantwortlich. Durch den späten Wintereinbruch in Europa seien die Frühjahrskollektionen von den Händlern später als sonst geordert worden.

"Unsere Umsatzentwicklung im ersten Quartal spiegelt die derzeitigen Herausforderungen in Europa wider", sagte Koch. Puma habe aber bereits begonnen, seine Geschäftsprozesse in der Region zu optimieren. So sollen Geschäftsabläufe in den Landesgesellschaften verschlankt und einige Verwaltungsfunktionen auf regionaler Ebene zentralisiert werden. Ob dies auch den Abbau von Stellen zur Folge hat, wollte eine Sprecherin mit Verweis auf die noch folgende Telefonkonferenz des Unternehmens nicht sagen. Puma hat zudem einen neuen Geschäftsführer für Europa ernannt.

An seiner Prognose für das Gesamtjahr hielt Puma fest. Der Umsatz soll weiterhin im hohen einstelligen Prozentbereich wachsen. Beim Konzerngewinn erwartet das Unternehmen ein mittleres einstelliges Plus. Die im Sommer anstehende Fußball-Europameisterschaft und die Olympischen Spiele sollen die Geschäfte ankurbeln.

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