Die e-Pitti von Pitti Immagine wird neu auch für Pitti Filati und auf Japanisch durchgeführt

Pitti Immagine, die Organisatorin der Messen Pitti Uomo, Pitti W und Pitti Bimbo setzt mit ihrer virtuellen Messe auf Expansion. Die im Juni 2011 offiziell eingeführte Plattform ist in dieser Saison nicht nur auf Englisch und Italienisch präsent, sondern auch auf Japanisch. Denn, so erklären die Projektverantwortlichen: „Wenn wir bestimmte Märkte erobern wollen, so müssen wir die sprachlichen Barrieren überschreiten.“ Die e-Pitti wird dieses Jahr nach der Pitti Uomo, der Pitti W und der Pitti Bimbo ab dem 16. Juli auch für die Garnmesse Pitti Filati organisiert. „Die Garne in Bildern wiederzugeben war eine große Herausforderung. Wir haben einen Test mit 5 Austellern durchgeführt, das war ein durchschlagender Erfolg: Wir haben 1500 Besucher verzeichnet und über 4000 Produktkarten wurden angeklickt. Das hat uns natürlich angespornt, unser virtuelles Angebot auch auf den hochkomplexen Bereich dieser einzigartigen Messe auszuweiten“, erklärt Francesco Bottigliero, Generaldirektor von FieraDigitale und Leiter des e-Pitti.com Projekts.

Zweck des e-Pitti-Projekts ist es, den Messebesuch eine Woche nach Messe-Ende virtuell um sechs Wochen zu verlängern. Diese Dienstleistung ist im Quadratmeter-Preis inbegriffen (242 Euro / Quadratmeter), den die Aussteller für die Messe bezahlen. Gut 140 Personen (Fotografen, Informatiker, Maskenbildner usw.) haben sich mobilisiert, um über 1210 Kollektionen ins Netz zu stellen. So können die Aussteller die Shootings ihrer eigenen Kollektionen vor Ort in Florenz organisieren und die Käufer, die an der Messe teilnehmen, können sie anschließend online wiederfinden. Somit kann Pitti Immagine den Marken garantieren, dass nur professionelle und bekannte Käufer Zugriff auf die Online-Messe haben. Bei der letzten Winter-Ausgabe wurden 9000 Produkte, 65’000 Bilder und 1200 Videos online geschaltet.

„Seit den Anfängen haben wir bereits eine Million aufgerufene Seiten gezählt. Wir mussten uns jedoch auch stark für die Promotion der Plattform einsetzen, denn die meisten italienischen Aussteller verstehen den Zweck des Projektes nicht und sind sich des Potenzials eines derartigen Tools nicht bewusst. Die Käufer können jedoch in vier Tagen nicht die ganze Messe sehen. Durch die e-Pitti haben sie die Gelegenheit, später nochmals in aller Ruhe auf die Produkte zurückzukommen“, erklärt Raffaello Napoleone, Managing Director von Pitti Immagine. So hat vom 23. Januar bis 4. März 2012 jeder Besucher durchschnittlich 5 Stände gesehen, dabei jeweils 8 Produkte konsultiert und durchschnittlich rund 9 Minuten an jedem Stand verbracht.
Tatsächliche Bestellungen sind auf der Online-Plattform jedoch nur rund 50 eingegangen. „Es ist schwierig, die Gewohnheiten der Käufer zu ändern“, betont Raffaello Napoleone.

Die virtuelle Messe dient in erster Linie dazu, die Produzenten und Käufer in Verbindung zu setzen. „Viele Marken werden sich ihres Rückstands in Sachen Web erst jetzt bewusst und bitten uns um Hilfe. Dieses Projekt eröffnet sowohl den Ausstellern als auch uns als Messe-Organisatoren zahlreiche Möglichkeiten“, so Napoleone. So hat die FieraDigitale dadurch bereits ihr Dienstleistungsangebot um einen Beratungs-Service erweitert.

„Einige Unternehmen haben uns gebeten, ihre Look Books zu entwerfen, wieder andere möchten, dass wir sie bei spezifischen Online-Projekten begleiten, wie beispielsweise Brunello Cucinelli. Wir interessieren uns auch für die Möglichkeit, die e-Pitti auf unsere Mailänder Messen auszuweiten“, erklärt Francesco Bottiglieri abschließend. Die eingesetzten Mittel deuten denn auch auf eine langfristige Sichtweise hin. Das Projekt sieht zudem für kleine Marken die Möglichkeit vor, über e-Pitti einen virtuellen Showroom zu eröffnen. Rund sechzig Marken haben bereits ihr Interesse bekundet.

Bruno Joly und Dominique Muret

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