Zara-Mutter Inditex startet stark ins neue Jahr - Aktie springt um 10%

ARTEIXO (dpa-AFX) - Der weltgrößte Bekleidungshersteller Inditex ist dank seiner schnellen Expansion in die Schwellenländer mit einem kräftigen Umsatz- und Gewinnplus ins Geschäftsjahr 2012/13 (Ende Januar) gestartet. Zwischen Februar und April sei der Nettogewinn um 30 Prozent auf 432 Millionen Euro gestiegen, teilte der H&M-Konkurrent am Mittwoch mit. Dies war deutlich mehr als Analysten erwartet hatten. Die Inditex-Aktie kletterte am Vormittag zeitweise um 10 Prozent nach oben und war mit großem Abstand Spitzenwert im EuroStoxx 50.


Inditex startet das Geschäftsjahr 2012/2013 mit einem guten Ergebnis. (Foto: Inditex)


Dem spanischen Konzern gehören Modeketten wie Zara, Massimo Dutti und Pull & Bear. Im ersten Geschäftsquartal steigerte Inditex den Umsatz um 15 Prozent auf 3,4 Milliarden Euro. Vor Zinsen und Steuern verdiente das Unternehmen 577 Millionen Euro, 34 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.

Damit schlägt sich Inditex besser als die Konkurrenz. Der schwedische Wettbewerber Hennes & Mauritz (H&M) hatte in seinem ersten Quartal aufgrund gestiegener Rohstoffkosten und der starken heimischen Währung einen Gewinnrückgang verbucht. Mit schweren Problemen kämpft zudem die in Hongkong gelistete Esprit Holding. Das Unternehmen befindet sich in der Neuausrichtung und verliert gerade mit Vorstandschef Ronald Van der Vis den zweiten Topmanager binnen sechs Monaten.

Viel Lob für seine Quartalsbilanz erntete Inditex von Analysten. Angesichts der schweren Krise im Euro-Raum sei es bemerkenswert, wie gut sich der Konzern geschlagen habe, sagte Anne Critchlow von Societe Generale. Allerdings habe Inditex den Schwerpunkt seines Geschäfts in den vergangenen Jahren vom spanischen Heimatmarkt zunehmend ins Ausland verlagert, vor allem in die schnell wachsenden Schwellenländer.

In diesem Jahr will der Konzern weltweit rund 500 neue Läden eröffnen. Ende des ersten Quartals betrieb er bereits mehr als 5.600 Geschäfte in 84 Märkten. Auch das Internet baut Inditex als Vertriebsweg aus. Bei der Tochter Zara können Verbraucher bereits in 16 europäischen Ländern, in Japan sowie den USA online einkaufen. Im September soll Zara dann auch in China online gehen.

Im Kampf um Kunden spielen bei den großen Textilherstellern neben Kleidung zunehmend auch andere modenahe Segmente wie Bettwäsche, Kissenbezüge oder Deko-Artikel eine Rolle. H&M überlegt inzwischen sogar, Möbel zu verkaufen./she/men/stw