Who's Next Paris: niedrigere Besucherzahlen aufgrund des Schnees

Natürlich ließ die Krise schon erahnen, dass die Anstrengungen der Veranstalter der Who's Next Paris bei der Januarausgabe 2013 nicht entsprechend belohnt würden. Aber das Minus von 11 % der Gesamtbesucherzahl am Ende des dritten Tages (im Vergleich zu den vier Tagen des Vorjahrs) kam dann doch unerwartet. Besonders stark war der Rückgang bei der Zahl der französischen Besucher um -19 %, der Engländer um -23 %, der Spanier um -17 %, der Italiener um -15 % und der Deutschen um -7 %. Zum Glück verzeichnete man bei den asiatischen Besuchern ein Plus von 9,2 %.


Der Bereich Fame
Der von Bertrand Foache, Mitgründer von WSN Développement, dem Veranstalter der Who's Next Paris genannte Hauptgrund ist das schlechte Wetter einschließlich Schneetreiben, das ab Freitag Abend über einen Großteil Frankreichs zog. Auch die Messeaussteller machten schon seit Sonntag fast ausschließlich das Wetter für die niedrigen Besucherzahlen verantwortlich. Alle haben mit weniger Zulauf gerechnet und bei den Ausstellern kommen jetzt noch die Absagen vieler Kundentermine hinzu.

Bertrand Foache hebt hervor, dass das Feeling auf der Messe mit gut besuchten Messehallen und Ständen insgesamt etwas besser war.

So unterstreicht zum Beispiel Laetitia Bosc von 75 Faubourg, dass sie ziemlich zufrieden sei und neue Kunden getroffen habe, auch wenn weniger Leute aufgrund des Schnees anwesend gewesen seien. Und weiter bekräftigt sie: „Manche unserer deutschen Kunden mussten sogar auf dem Flughafen übernachten!“

Patrick Zenou, Verkaufsleiter bei La Petite Française, sagte Montagnachmittag: „Es ist klar, dass die Messe nicht überlaufen ist, aber wir haben nichtsdestotrotz interessante Leute getroffen und neue Kontakte geknüpft.“

Cédric Allouche, Direktor von Deby Debo, spricht ebenfalls von niedrigeren Besucherzahlen und von wichtigen ausländischen Kunden, „von denen ich noch immer nicht weiß, ob sie nun kommen oder nicht“ (Montag, Anm. d. Red.). „Niemand trägt die Schuld“, unterstreicht er, „es ist einfach nur Pech, dass es auf dieses Wochenende viel, aber die Folgen sind spürbar. Wir sind es wirklich nicht gewohnt, Montagnachmittag nicht beschäftigt zu sein.“



Der Bereich Mr Brown
Die neue Hallenaufteilung (Mr Brown befindet sich nun wieder im Erdgeschoss, die Accessoires in Halle 7.2 und Private ist auf mehrere Hallen aufgeteilt) wurde von den Ausstellern im Großen und Ganzen positiv aufgenommen. Manche Besucher schienen ihrerseits aber etwas verloren. Nach zwei von Veränderungen geprägten Saisonen infolge des Zusammenschlusses der Who's Next Paris und der Prêt-à-Porter Paris verspricht Bertrand Foache für die nächsten Auflagen nur wenige Umgestaltungen im Messeplan.

Besonders zufrieden schien man mit der Rückkehr des Bereichs Mr Brown ins Erdgeschoss. Sowohl Aussteller als auch Besucher freuten sich über den sichtbareren Standort.

Trotzdem hat der männliche Bereich der Who's Next auch dieses Jahr wieder Fragen aufgeworfen. Manche Aussteller waren über das sehr verschiedenartige Markenangebot verwundert, das von alteingesessenen über in großen Handelsketten zu findenden Marken bis hin zu jungen Labels reichte.

Besser kam hier der erfrischende „mixed“-Bereich Sir Brown mit seinen jungen internationalen Marken an. Dieser brachte einen kreativen Touch (Niyazi Erdogan) und eine unkonventionelle Note (Aloha from Deer), die in diesen etwas unsicheren Zeiten sehr willkommen waren.


Jean-Paul Leroy (gemeinsam mit Bruno Joly, Anais Lerévérend, Olivier Guyot, Matthieu Guinebault, Sophie Chaudey und Sarah Ahssen)

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