Luxus: ein Fünftel der reichen Chinesen kaufte 2012 in Europa ein

Zwischen 2009 und 2012 sahen die chinesischen Luxuskonsumenten ihre Auslandsreisen klar als beste Einkaufsmöglichkeit. Dies zeigte eine KPMG-Umfrage. Allein im dritten Quartal 2012 nahm das „tax-free“ Kaufvolumen der Chinesen um 58 % im Vergleich zum gleichen Zeitraum des Vorjahres zu. Dagegen ging der Anteil der reichen Chinesen, die in ihrem Land Luxusgüter kaufen, in den letzten drei Jahren stark zurück, auch wenn das Wachstum insgesamt weiterhin bedeutend ist. 2012 gaben 20 % an, schon in Europa shoppen gewesen zu sein, im Vergleich zu nur 3 % im Jahr 2009. Frankreich wird dabei als das attraktivste Ziel angegeben und befindet sich auf Rang 1 der Reiseländer.


Luxusgüter als Anziehungspunkt für reiche Chinesen an. AFP Banner.
Reiche Chinesen kaufen weniger in ihrem eigenen Land (51 % Vergleich zu 72 % in 2009). 60 % unter ihnen (im Gegensatz zu 43 % in 2009) haben von einer Reise nach Hongkong, Taiwan und Macao profitiert, um einzukaufen; 19 % (im Vergleich zu 5 %) reisten nach Korea und Japan. Diese Reisenden werden besonders von Uhren (23 %), Parfums und Kosmetika (22 %) aber auch von Handtaschen (18 %) angezogen. Weit hinten liegen Schmuck (14 %) und Kleidung (13 %).

Aus der KPMG-Untersuchung geht hervor, dass solche Güter von den Konsumenten als Statussymbol wahrgenommen werden. Für 58 % unter ihnen ist es die Möglichkeit, ihren teuren Lebensstil zu zeigen; 42 % bringen damit ihren Erfolg zum Ausdruck. Für 20 % war dabei von Bedeutung, ob ein Produkt „in“ ist, im Vergleich zu nur 13 % in 2009.

Zusammenfassend zeigt sich, dass 59 % der Befragten eine weltweit renommierte Luxusmarke einer Nischenmarke vorziehen. Des Weiteren geht hervor, dass die Kundschaft viel mehr Marken als in der Vergangenheit kennt und sich eine Produktkultur aufgebaut hat. 88 % dieser chinesischen Kunden unterstreichen die Tatsache, dass sie sich für den Kauf eines teuren Luxusguts entscheiden, um Qualität und Widerstandsfähigkeit zu erhalten. 80 % erwarten sich Exklusivität und Einmaligkeit aber auch eine exzellente Kundenbetreuung. Allerdings interessieren sich lediglich 31% für die Stars der Werbekampagnen und nur 39 % für das Herkunftsland.



Frankreich ist für reiche Chinesen das Land der Lederwaren, der Kosmetik und der Mode. Foto: AFP.
Jeder Konsument assoziiert ein Land mit bestimmten Produkten. Die Schweiz ist für 69 % unter ihnen das Land der Uhren. 57 % assoziieren Deutschland mit Luxuswagen. Bei Frankreich wird als erstes die Kosmetik (62 %) erwähnt, an zweiter Stelle die Mode (32 %) und als Drittes Lederwaren (31%).

Laut der Studie steht diese Kundschaft dem Potential ihres Landes aber weiterhin offen gegenüber. Demnach sehen sie Entwicklungsmöglichkeiten bei den Spirituosen, den Restaurants, den Spas und Luxushotels: alles Bereiche, in denen die Geschichte und der historische Wert einer Marke weniger Gewicht haben.



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