Dennoch wappnet sich Deutschlands führender Händler für eine mögliche Verschärfung der Lage. "Wir bereiten uns auf härtere Zeiten vor", kündigte METRO-Chef Eckhard Cordes am Donnerstag bei der Quartalsbilanz in Düsseldorf an. Dazu gehört eine stärkere Kontrolle der Kosten und auch am Investitionsbudget für das kommende Geschäftsjahr wird geschraubt. Das bislang recht rasante Tempo bei den Neueröffnungen könnte sich verlangsamen.
"Die Welt ist seit der Lehman-Pleite anders geworden", konstatierte der Vorstandschef. Zwar habe es bislang bei der METRO keine größeren Einbrüche gegeben, was den Konzern jedoch 2009 erwarte, sei angesichts der hohen Volatilität der Märkte nicht vorhersehbar. Cordes sprach in diesem Zusammenhang von einer Nebelwand. Ob der Konzern seine mittelfristigen Ziele erreichen kann, hängt nun von der weiteren Entwicklung der Wirtschaft ab. Strukturell sei der Konzern gut aufgestellt, sollte aber eine größere Rezession kommen, dann könnte auch METRO ein geplantes Ergebniswachstum von mehr als acht Prozent nicht liefern, so Cordes.
NORMALES WEIHNACHTSGESCHÄFT
Für das laufende Geschäftsjahr bestätigte METRO seine Prognosen: Der Umsatz soll um mehr als sechs Prozent zulegen und das betriebliche Ergebnis (EBIT) vor Sonderposten um sechs bis acht Prozent. Einige Experten hatten mit einer Gewinnwarnung gerechnet. Entscheidend ist laut Cordes nun der Verlauf des Weihnachtsgeschäfts, das für METRO weder "fantastisch" noch "katastrophal", sondern auf einem "mittleren Niveau" ausfallen dürfte. Bislang habe sich in dem seit Oktober laufenden Schlussquartal die Tendenz aus dem dritten Quartal fortgesetzt.
In den Monaten Juli bis September konnte der Konzern die Erwartungen der Märkte übertreffen. Das EBIT stieg um 6,3 Prozent auf 361 Millionen Euro. Der Umsatz legte um 6,7 Prozent auf 16,343 Milliarden Euro zu. Unter dem Strich fiel für das dritte Quartal einen Überschuss nach Minderheiten und fortgeführtem Geschäft von 126 Millionen Euro an. Im Vorjahr hatte an gleicher Stelle aufgrund einer Steuerbelastung ein Minus von 48 Millionen Euro in der Bilanz gestanden.
Laut Cordes hat die Finanz- und Wirtschaftskrise zwar noch keine Einbrüche hinterlassen, aber doch zu Bremsspuren in der Bilanz geführt. Bestes Beispiel dafür war die Entwicklung bei den Elektronikmärkten Media Markt und Saturn, die im dritten Quartal erstmals seit 2002 wieder einen Ergebnisrückgang vermelden mussten. Auch beim Umsatz wuchs die Kette nur dank Neueröffnungen. Vor allem das Geschäft in dem vom Platzen der Immobilienblase stark getroffenen Spanien lief für die Elektronikmärkte schlecht. Auch für den zweiten großen Umsatz- und Ergebnislieferanten im Konzern, dem Großhandel Cash & Carry, lief es im dritten Quartal nicht in allen Ländern rund. Handlungsbedarf besteht laut Cordes in Italien, Großbritannien und Deutschland. Geplant ist, hierzulande mehrere hundert Stellen zu kappen. In Großbritannien wird noch an einem Programm gebastelt und in Italien wurden bereits Führungskräfte ausgewechselt.
REAL IM PLAN - 'FINANZIERUNG SICHER'
Die Lebensmitteltochter Real liegt dem Konzern zufolge dagegen mit ihrer Sanierung im Plan. In Deutschland kletterte der Umsatz der Tochter um flächenbereinigte fünf Prozent. Der Verlust wurde nahezu halbiert. Bei Galeria Kaufhof blieb der Umsatz trotz eines sehr schwachen deutschen Textilmarktes nahezu stabil. Der Konzern hatte Kaufhof im Frühjahr auf die Verkaufsliste gesetzt. Angesichts der Verwerfungen an den Finanzmärkten mache ein Verkauf derzeit aber keinen Sinn, sagte Cordes. Gute Chancen sieht der Manager hingegen für eine Veräußerung der Adler-Modemärkte, für die es auch eine Reihe von Interessensbekundungen gebe.
Die Finanzierung des Konzerns bezeichnete Finanzvorstand Thomas Unger gesichert. Die nächste Kreditlinie stehe zur Erneuerung erst Ende 2010 an. Der Konzern will sich dennoch weiteren Spielraum verschaffen, in dem er die Investitionen für das kommende Jahr nicht wie geplant erhöht, sondern in etwa auf dem 2008-Niveau hält. Sollte sich das Klima weiter verschlechtern, könnten die Ausgaben noch weiter eingedampft werden.
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