Modekonzern Escada feilt an Finanzkonzept

München (dpa) - Im Kampf um sein Überleben will der Modekonzern Escada innerhalb der nächsten Wochen die Bedingungen für sein Finanzkonzept vorstellen. Ende Mai oder Anfang Juni sollen die Konditionen für den Umtausch einer Anleihe mit einem Volumen von rund 200 Millionen Euro bekanntgegeben werden, sagte ein Firmensprecher am Mittwoch in München.


Kollektion Frühjahr / Sommer 2009 Escada

Die Gläubiger der Anleihe sollen nach den Plänen von Escada teilweise auf die Rückzahlung verzichten und damit ihren Teil zur Sanierung beitragen. Der Erfolg dieser Aktion ist der wichtigste Baustein im Rettungskonzept für Escada.

Geplant ist zudem eine Kapitalerhöhung, mit der Escada 30 Millionen Euro einnehmen und damit eine akute Finanzlücke schließen will. Für das langfristige Überleben ist der Konzern vor allem auf die Unterstützung durch die HypoVereinsbank angewiesen, die als Hausbank die weitere Finanzierung absichern müsste. Escada-Chef Bruno Sälzer hatte bei der Hauptversammlung vor drei Wochen vor einer Insolvenz gewarnt, wenn das Paket scheitert.

Rückendeckung bekam Escada vom spanischen Investor Bestinver, der seinen Anteil nach einer Mitteilung von Dienstagabend von 9 auf mehr als 10 Prozent aufstockte und damit nach der Tchibo-Familie Herz und dem russischen Milliardär Rustam Aksenenko größter Aktionär bleibt. Der Zukauf der Aktien sei ein positives Signal für Escada, hieß es am Mittwoch in Branchenkreisen.

Im vergangenen Jahr hatte Escada bei einem Umsatzrückgang um 15 Prozent auf 582 Millionen Euro den Verlust auf 70 Millionen Euro mehr als verdoppelt. Rund 90 Prozent der Erlöse erzielte Escada im Ausland und bekam die Zurückhaltung der Kundinnen vor allem in den USA, Russland und in Asien deutlich zu spüren.

Copyright © 2014 Dpa GmbH